Spuren des früheren Todesstreifens und viel Natur an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Aus Anlass des diesjährigen Nationalfeiertags (Tag der deutschen Einheit) möchte ich einige Bilder meines Kurzurlaubs von Anfang September 2012 zeigen. Ich war im 3-Länder-Eck zwischen den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Wo heute nur noch die Grenze zwischen drei deutschen Bundesländern verläuft, war bis vor 23 Jahren die Trennlinie zwischen Ost und West, Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Deutscher Demokratischer Republik (DDR), Sozialismus und Kapitalismus.

zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen; in Blickrichtung); September 2012

An vielen Stellen entlang der ehem. innerdeutschen Grenze wird an das Ereignis der Grenzöffnung erinnert. Zwischen Ellrich in Thüringen/Ostdeutschland und Walkenried in Niedersachsen/Westdeutschland pflanzten Bürger aus Ost und West eine Rotbuche und setzten einen Gedenkstein davor. Der symbolische und der echte Baumstamm gehen auf dem nächsten Bild fast nahtlos ineinander über:

Gedenkstein zur Grenzöffnung zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

Gedenkstein zur Grenzöffnung zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen); September 2012

Es gibt aber auch noch viele Reste der ehemaligen Grenzanlagen, z. B. die Kolonnenwege für die Patrouillenfahrten der DDR-Grenzsoldaten:

ehem. Kolonnenweg  entlang der ehem. innerdeutschen Grenze zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

ehem. Kolonnenweg entlang der innerdeutschen Grenze zwischen Ellrich (Thüringen, rechts im Bild) und Walkenried (Niedersachsen); September 2012

Anderswo sind auch noch alte Grenzpfähle zu sehen, z. B. mitten im Wald des südlichen Harzes:

2-Länder-Eiche im Südharz zwischen Zorge (Niedersachsen) und Ellrich (Sachsen-Anhalt)

2-Länder-Eiche und alter Grenzpfahl  im Südharz zwischen Zorge (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen), links am Boden steht ein ehem. DDR-Grenzstein; September 2012

Die ehem. innerdeutsche Grenze war aber auch vor der  Teilung des Landes im Kalten Krieg Grenze zwischen den damaligen deutschen Kleinstaaten. Und dort war auch damals schon etwas los, wie dieses Gedenkschild zwischen Ellrich (damals Preußen) und Walkenried (damals Herzogtum Braunschweig) zeigt:

Heutzutage ist die einstige menschenverachtende Grenze  mit Stacheldraht, Soldaten, Schießbefehl bzw. Selbstschussanlagen offen und friedlich.
Außerdem hat sich dort auf weiten Strecken die Natur fast ungestört entwickeln können. Deshalb ist das Projekt „Grünes Band Deutschland“ entstanden, welches die naturnahe Landschaft entlang des ehemaligen Todesstreifens schützen will:

im "Grünen Band" zwischen Walkenried und Ellrich

im „Grünen Band“ zwischen Walkenried und Ellrich; September 2012

Alle Fotos dieses Artikels und weitere Bilder zum Thema gibt es in einem eigenen Album.

2 Gedanken zu “Spuren des früheren Todesstreifens und viel Natur an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

    • Danke fürs Interesse am Thema und an meinem Beitrag!
      Einerseits ist es zwar gut, dass Grenzen (vor allem solche wie die ehem. deutsch-deutsche) überwunden werden und ihr Trennendes und erst recht ihren Schrecken verlieren. Andererseits darf man sie aber auch nie ganz vergessen, und sei es „nur“ als Mahnung.

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s