Radeln ohne Radweg – auf gesperrter Autobahn und auf Wald-Wanderweg

Eine Radfahrt heute abwechselnd auf „echten“ Radwegen, asphaltierten Feldwegen und auf einer Bundesstraße brachten mich auf diesen Beitrag, nämlich übers Radeln abseits der genannten üblichen Strecken. Da fiel mir zum einen  der unvergessliche und beeindruckende Tag des Still-Lebens Ruhrschnellweg im Rahmen des Jahres der Kulturhauptstadt Europas.Ruhr2010 ein. Damals war ich auch nachmittags mit tausenden anderen autolos auf der wichtigsten Ost-West-(Auto-)Verkehrschlagader des Ruhrpotts, der meist staugeplagten Autobahn A 40 (= Ruhrschnellweg), unterwegs:

autofreier Ruhrschnellweg

Foto 1: autofreier Ruhrschnellweg bei Dortmund-Barop; 18. Juli 2010

Die Autobahn war für diesen Sonntag auf dem gesamten Abschnitt zwischen Duisburg und Dortmund gesperrt. Man radelte, spazierte oder inline-skatete an Baustellen, Autobahnanschlussstellen u. v. m. einfach so vorbei und hatte trotz Massenandrangs mal richtig viel Platz auf einer sonst dafür verbotenen Straße und blieb unbehelligt vom Autoverkehr:

autofreier Ruhrschnellweg

Foto 2: autofreier Ruhrschnellweg bei Dortmund-Barop am 18. Juli 2010

Weil alles im Rahmen eines großen Kulturfestivals stattfand, war ziemlich los entlang der Strecke. Dazu lohnt sich z. B. dieses Video des DLR auf der Ruhr.2010-Homepage … Die nächsten Bilder sind ebenfalls abseits üblicher Radwege (und auch in Westfalen) entstanden, aber meine damalige Radtour aus 2004 war ansonsten in jeder Hinsicht das Gegenteil vom „Still-Leben Ruhrschnellweg“-Event. Ich bin einige Abschnitte des Rothaarsteigs im Hochsauerland gefahren, was eigentlich ein (Premium-Fuß-)Wanderweg ist:

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Foto 3: Wegweiser auf dem Rothaarsteig zwischen Winterberg (Hochsauerlandkreis) und Bad Berleburg (Kr. Siegen-Wittgenstein); September 2004

Nicht nur die Schilder sehen hier anders aus als auf der Autobahn 😉 Man fährt über Waldwege durch weitflächige Wälder auf einem Gebirgskamm und begegnet so gut wie niemandem sonst (damals jedenfalls nicht):

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Foto 4: mit dem Rad auf dem Rothaarsteig westlich von Winterberg; September 2004

Statt auf Autobahn-Böschungen und Straßenbegleit-/“beschönigungs“-Grün gehen die Blicke in die ausgedehnte Mittelgebirgslandschaft des Sauerlandes bzw. des Wittgensteiner Landes:

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Foto 5: Blick vom Rothaarsteig zwischen Winterberg und Bad Berleburg auf Wälder im Rothaargebirge bei Schmallenberg (Hochsauerland); September 2004

Im Rothaargebirge liegt auch die Ruhrquelle (nur wenige km von Foto 4 entfernt) – und die Ruhrmündung ist in Duisburg (Stadtteil Ruhrort), wo in 2010 einer der Anfangs-/Endpunkte des Autobahnradelns war … so schließt sich auch damit ein Kreis in diesem Artikel …

3 Gedanken zu “Radeln ohne Radweg – auf gesperrter Autobahn und auf Wald-Wanderweg

  1. Das war sicher ein amüsantes Ereignis mit dem Reiz des Sonst-Verbotenem, das Radeln auf der Autobahn. Aber das Hoppsen über Wurzeln und Mulden auf echten unbefestigten Feldwegen finde ich schöner und abseits von Waldgebieten zumindest bei uns in der offenen Feldmark fast ebenso selten möglich. Das meiste ist mittlerweile asphaltiert, mit Betonplatten belegt oder zumindest mit eingeschütteten Steinen vermengt.

    Antwort
    • Klar, fürs Genuss-, Freizeit- und Landschaftserlebnis-Radeln ist es abseits von asphaltierten Straßen und Wegen viel schöner.
      Fürs Alltagsradeln wünsche ich mir allerdings auch ab und zu autofreie Fernstraßen 😉

      Antwort
  2. Das ist ja ein toller Beitrag… ich würde immer den Wald und die Ruhe vorziehen..aber interessant auch mal auf einer Autobahn zu radeln.
    LG, Petra

    Antwort

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