Fichtenschwinden

Unter dem Klimawandel und seinen Folgen hat in den letzten Jahren unter anderem die Fichte (v. a. Rot-/Waldfichte) als – wenn auch nicht von Natur aus – häufigster Waldbaum in den mitteleuropäischen Mittelgebirgen arg gelitten.

Die Zeiten weiter und dunkler Fichtenforste z. B. im Sauerland sind wohl erstmal vorbei. Immer lichter werdende Kronen der Nadelbäume lassen selbst im Hochsommer viel Sonne durch:

Foto 1: Fichtenwald beim Iserlohner Ortsteil Sümmern, nordwestl. Sauerland; Ende Juni 2019

Von außen erkennt man vertrocknete oder vom Borkenkäfer heimgesuchte Fichten leicht an der rotbraunen Farbe:

Foto 2: Hangwälder im oberen Biebertal bei Arnsberg-Neheim (Nordsauerland) mit kranken bzw. abgestorbenen Fichten; Mitte August 2019

Die Förster reagieren zur Eindämmung der Borkenkäferplage oft mit großflächiger Abholzung:

Foto 3: weitgehend abgeholzter Fichtenbestand zwischen den Mendener Ortsteilen Lendringsen und Oesbern (Nordsauerland); Ende Juni 2019

Dementsprechend viele Stapel mit Fichtenstämmen finden sich an den Waldwegen:

Foto 4: Stapel mit überwiegend Fichtenstämmen am Neheimer Weg im Lüerwald beim Mendener Ortsteil Oesbern; Ende Juli 2019

Auch im Garten hat die letzte von einst ca. 7 Serbischen Fichten die Trockenheit nicht überstanden:

Foto 5: absterbende Serbische Fichte im Garten; Mitte Juli 2019

Im Nationalpark Kellerwald, wo der Wald sich seit 2011 ohne große menschliche Eingriffe entwickeln kann, sind ebenfalls schon viele Fichten abgestorben und es wachsen vor allem Laubbäume nach:

Foto 6: Naturverjüngung mit u. a. Rotbuche vor einem abgestorbenen Fichtenwald im Nationalpark Kellerwald nahe dem Edersee, Nordhessen; Anfang September 2019

2 Gedanken zu “Fichtenschwinden

  1. Die vertrauten Landschaften ändern sich schneller, als man es sich vorstellen kann und dagegen ist, soweit ich mich an eigene gruselnde Beobachtungen an bayerische Fichtenwälder erinnere, das „Waldsterben“ der 80er Jahre ein vergleichsweise schwaches Ereignis.
    Manches Jahr habe ich meinen Entschluss bereut, den von meinen Eltern rund ums alte Haus gepflanzten Wald mit Fichten und Lärchen für den Neubau umlegen zu lassen, aber wenn ich in den Nachbargärten sehe, was genau diesen Baumarten seit den vergangenen beiden Sommern widerfährt, bin ich beinahe froh.
    Es ist zu bedauerlich, dass die Verantwortlichen für Forstwirtschaft und Landschaftspflege die bereits seit Beginn des ersten Jahrzehnts des 21. Jhs. ergangenen Empfehlungen, die z.T. sogar von Ministerien herausgegeben wurden, so lange ignoriert haben, bis ein langsamer Übergang nicht mehr möglich war und nur noch Verwüstungen akls Motivationshilfe wirksam werden.

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    • Das hast du sehr treffend gesagt!
      Ein wenig Hoffnung habe ich ja, dass künftig ein standortgerechterer Waldbau und überhaupt mehr Naturnähe in den Wäldern Einzug hält.
      In den Gärten sollte es ähnlich sein, was bei dir ja schon in vorbildlicher Weise stattfindet.

      Antworten

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