Belgisch-Deutsche Spätsommer-Sonnenradtour 2: Vennbahnradweg I

Weiter geht es mit meinem Tourenbericht aus dem letzten September rings um die deutsch-belgische Grenze. Auf dem in diesem Beitrag gezeigten Abschnitt kommt die „Zweistaatlichkeit“ der Radtour besonders zur Geltung.
Ich fuhr auf dem Vennbahnradweg vom Ausgangsort Roetgen in der Nordwest-Eifel auf deutscher Seite Richtung Norden nach Raeren in Belgien:

auf dem Vennbahnradweg bei Roetgen-Münsterbildchen

Foto 1: auf dem Vennbahnradweg bei Roetgen-Münsterbildchen; 9.9.2016

Der Radweg ist zum größten Teil belgisches Staatsgebiet, und zwar auch  dort – wie hier bei Roetgen – , wo er durch Deutschland verläuft. Der belgische Weg ist also auf diesem Abschnitt „eingerahmt“ von deutschem Staatsgebiet. So ist es auch entlang dieses Waldabschnitts mit Spätsommervegetation:

Vennbahnradweg im Münsterwald

Foto 2: Vennbahnradweg im Münsterwald nördlich von Roetgen (D/NRW); 9.9.16

Die Vergangenheit des Bahntrassenradwegs als echte Bahnstrecke ist an vielen Stellen noch dank erhalten gebliebener Eisenbahntechnik sichtbar:

Vennbahradweg mit altem Formsignal bei Raeren (B)

Foto 3: Vennbahnradweg mit altem Formsignal bei Raeren (Ost-Belgien); 9.9.2016

 

Züschen vs. Neuss – Bahnunterführung unter Radweg vs. Bahn über Radweg

Heute mixe ich mal wieder 2 Tourenberichte in einem Blogbeitrag.
Denn aus meinem Aufenthalt in Neuss zum letzten, spätsommerlich anmutenden Novemberanfang sind noch viele Bilder übrig …

Ich beginne aber mit einem Foto aus der aktuellen Juli-Tour ins südöstliche Hochsauerland.
Dort wurde erst vor wenigen Jahren auf der schon viele Jahrzehnte stillgelegten Bahnstrecke Winterberg – Hallenberg ein Radweg errichtet. Den zugehörigen Bahndamm zeige ich hier von unten, an einer Bahnunterführung beim Winterberger Ortsteil Züschen:

Ex-Bahndamm mit Tunnel bei Züschen

Foto 1: Ex-Bahndamm bei Winterberg-Züschen, Hochsauerlandkreis/NRW; mit Radweg obenauf und Tunnel (Unterführung) unten; Juli 2016

In Neuss hatte ich den umgekehrten Fall, nämlich einen Radweg, der unter einer noch betriebenen Bahnstrecke hindurch führt:

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Foto 2: Radweg in Neuss (südlicher Niederrhein, NRW), mit Unterführung unter Bahnstrecke; 3. November 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Aufteilung zwischen Rad- und Bahnverkehr sieht man aber erst so richtig, wenn Zug und Radler(in) zu sehen sind, wenn also Bewegung ins Bild kommt:

Neuss, Radweg unter Bahnbrücke, mit Zug

Foto 3:  wie Foto 2, aber „mit Bewegung“

Traditionelle und moderne Gastlichkeits-Architektur in und um Winterberg

Bei meinem Trip ins südöstliche Hochsauerland sah ich unterschiedlichste Gebäude- (und Konzept-)Arten von Gasthäusern und Unterkünften aller Art.

So gibt es immer noch mehrheitlich Gasthöfe, Hotels usw. in regionaltypischer Fachwerkbauweise, wie hier in Züschen, einem ländlichen Ortsteil von Winterberg:

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Foto 1: Hotel/Restaurant und (darüber/dahinter) Pension in Winterberg-Züschen, Hochsauerlandkreis; Juli 2016

Auch im idyllischen Dorf Assinghausen bei Olsberg stehen noch zahlreiche traditionelle Gasthäuser etc.:

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Foto 2: Gasthof in Olsberg-Assinghausen, Hochsauerlandkreis (HSK); Juli 2016

Einen echten Kontrast dazu bildet das moderne Hotel „Oversum“ in der Sport- und Tourismushochburg Winterberg, das sich hier – wie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen – aus dem Kurpark der Stadt erhebt:

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Foto 3: Hotel Oversum am Rande des  Kurparks von Winterberg (HSK); Juli 2016

Aus der Nähe wirkt das Oversum (aus Ovum [= Ei] und Universum) noch etwas futuristischer:

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Foto 4: „Oversum“ in Winterberg (Westf.), HSK; Juli 2016

Vom spätsommerlichen November bis frühsommerlichen Maianfang

Weil ich mit meinen Touren- und allgemeinen Jahreszeitrückblicken seit Herbst 2015 mächtig in Rückstand geraten bin, habe ich mich entschlossen, diesmal – und vielleicht noch öfter – nicht eine oder zwei Touren oder Tage in einem Beitrag zu behandeln, sondern mehrere.

Es geht los mit dem letzten Novemberanfang, als ich am Niederrhein in Neuss war und es (beinahe) spätsommerlich sonnig und mild war. Ich kam auch an einem damals wegen Bauarbeiten in der Umgebung trockengefallenen künstlichen (aufgestauten) „Sumpfwald“ vorbei:

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Foto 1: trockengefallener „Sumpfwald“ bei Neuss; 1. November (Allerheiligen) 2015

Die fahlen Farben der Totholzes hinten und das herbstbunte Laub vorne haben für den November viel Symbolkraft …

Aus dem ungewöhnlich schönen Novemberanfang 2015 machen wir nun einen Sprung in den Hochwinter und aus den Niederungen des Niederrheins auf die Höhen des Hochsauerlandes bei Sundern-Wildewiese:

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Foto 2: von Sundern-Wildewiese (Hochsauerlandkreis) auf das Lennetal; 17. Januar 2016

Auch nicht weniger wolkig und nur unwesentlich milder war es in diesem Jahr in der letzten Aprilwoche, als ich das Gelände des ehemaligen Phoenix-Stahlwerks im Dortmunder Stadtteil Hörde besichtigte:

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Foto 3: Teile der ehem. Hochofenanlagen der Phoenix-Stahlhütte in Dortmund-Hörde, mit dem Aufgangsturm zum „Skywalk“ auf den Rohrleitungen; 28. April 2016

Schon deutlich frühsommerlich wurde es dann zu Anfang des Wonnemonats Mai, als ich meine allfrühjährliche Radtour Soest – Haarstrang – Möhnesee – Arnsberger Wald – Mittelruhr  machte, hier beim Start(nach Bahnanfahrt) in Soest:

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Foto 4: ehem. Stadtbefestigung mit dem Kattenturm in Soest (Westfalen); 2. Mai 2016

Turmblicke – mal April, mal Mai; mal Stadt, mal Wald

Um den Monatswechsel April/Mai 2016 herum war ich auf zwei verschiedenen Türmen mit entsprechenden Ausblicken.
Am 28. April war es der –>Florianturm, Fernsehturm und eines der Wahrzeichen Dortmunds, bei noch ziemlich ausgeprägten Aprilwetter, hier in einer sonnigen Phase, aber mit sich schon wieder formierenden Wolken:

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Foto 1: vom Florianturm über den Südosten Dortmunds mit dem Westfalenpark vorne; am Horizont das nordwestl. Sauerland; 28.04.16

Ganz anders, nämlich deutlich wärmer und durchweg sonnig, war es dann am 2. Mai, als ich im Arnsberger Wald nahe des Möhnesees den erst vor einem Jahr eingeweihten Möhneseeturm besuchte:

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Foto 2: Möhneseeturm im Arnsberger Wald nahe Möhnesee-Körbecke, Kreis Soest, Nord-Sauerland; 02.05.16

Beim Blick vom Dortmunder Fernsehturm in Richtung von dessen eigenem spätnachmittäglichen Schatten fällt vor allem das Grün des Westfalenparks inmitten der Großstadt ins Auge:

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Foto 2: vom Florianturm nach Osten auf den Westfalenpark, mit dem Rosarium vorne links; hinten Mitte der Phoenixsee; 28.04.16

Wesentlich mehr Grün bietet natürlich der Blick vom Möhneseeturm, liegt er doch inmitten eines ausgedehnten Waldgebiets:

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Foto 4: vom Möhneseeturm (mit eigenem Schatten) nach Osten auf den Arnsberger Wald; ganz hinten links der Haarstrang; 2.05.16

Von beiden Ausflügen und Türmen demnächst mehr …

 

Ruhrpott-Haldenblick 2015 vs. Elbbrückengrenzblicke 1989

Heute kommt der letzte Teil meiner Zwei-Orte-Zwei-Touren-Zwei-Zeiten-Reihe aus Oktober 2015 bzw. September 1989.

Es geht wieder los mit der „Jetztzeit“, obwohl meine Radtour vom zweiten Oktobersonntag auch schon wieder fast 4 Monate zurückliegt …
Nach dem Anstieg per Rad war ich auf dem künstlichen Gipfel der – ebenfalls künstlichen – Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen im nördlichen Kreis Unna am nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets angelangt:

Bergkamen, auf Bergehalde Großes Holz

Foto 1: Bergkamen (Kreis Unna/NRW), „Adener Höhe“ auf Bergehalde „Großes Holz“; 11. Oktober 2015; zum Vergrößern anklicken!

Ganz oben auf der Halde aus „taubem“ Gestein des früheren Steinkohlenbergbaus hat man den sog. „Impulsmast“ mit (angeblich) über 4000 Lämpchen als Erinnerung an die Grubenlampen der „Kumpel“. Der Mast bildet eine der vielen Landmarken der Route Industriekultur im Ruhrpott.

Während es an jenem Sonntag fast den ganzen Tag über strahlend blauen Himmel gab, kam am Spätnachmittag dann doch herbstypischer Dunst auf, der sich vor allem beim Blick in Richtung der sinkenden Sonne, also nach Südwesten, zeigte:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz auf Dortmund

Foto 2: von der Adener Höhe in Bergkamen auf Dortmund mit u. a. dem Fernsehturm „Florian“ am Horizont halb-Mitte-rechts; 11.10.15

Man erkennt auf Foto 2 außerdem ganz gut die topographische Zweiteilung des (östlichen/westfälischen) Ruhrgebiets: im Norden (hier: vorne) eher flach, im Süden hügelig; am Horizont ist das Ardeygebirge zu sehen.

 

Nun springe ich wieder gut 26 Jahre zurück und an die Elbe im Nordosten Niedersachsens, wo damals noch die innerdeutsche Grenze mitten durch den Strom verlief und in der Mitte unterbrochene Verkehrsbrücken standen, z. B. die alte Dömitzer Eisenbahnbrücke:

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Foto 3: Elbdeichweg im Wendland mit der westlichen/niedersächsischen Seite der ehemaligen Dömitzer Bahnbrücke; Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto

Diese Bahnbrücke ist allerdings auch nach der Wiedervereinigung nicht mehr aufgebaut und in Betrieb genommen worden.

Etwas weiter elbabwärts standen damals die Reste der alten Straßenbrücke , die als Fuß-/Radweg bis zur ehemaligen Staatsgrenze nutzbar war:

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Foto 4: alte Dömitzer Straßenbrücke (Westseite) an der Elbe; September 1989; Scan vom Original-Papierfoto

Vom damaligen Aussichtspunkt am Brückenende konnte man zur DDR-Seite blicken, wo es einen Grenzposten auf dem Brückenkopfrest gab:

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Foto 5: von der Mitte der alten Dömitzer Straßenbrücke hinüber zur DDR-Seite mit Grenzposten; Anf. September 1989; abfotografiert vom Originalpapierfoto

Heutzutage ist die alte Straßenbrücke durch eine größere und modernere Brücke ersetzt.

Musikalischer Anhang:

Wegen Aussichten von Hügeln oder anderen erhöhten Stellen und wegen der heutigen offenen Grenzen und Weiten an der Elbe habe ich The Who “ I can see for miles“ ausgesucht, und zwar einen Liveauftritt der mittlerweile älteren (aber immer noch rockenden) Herren aus 2015:

 

 

Bergbaufolgelandschaft 2015 vs. Vorgrenzöffnung-Elblandschaft 1989

Weiter geht es mit meinem Zwei-Orte-Zwei-Zeiten-Bericht 2015/1989 …
Auf der Radtour durch Teile Dortmunds und des Kreises Unna im Goldenen Oktober 2015 hatte ich schließlich fast den „Gipfel“ der Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen erreicht. Von dort bot sich in Richtung Osten der Ausblick auf den mit noch jungen Bäumen bestandenen Hang der renaturierten Abraumhalde und auf das Gelände der stillgelegten Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz

Foto 1: Bergkamen (Kreis Unna/NRW); von Bergehalde „Großes Holz“ nach Osten, mit Werk von Bayer Pharma (1), ehem. Aufbereitungshalle (2) der Zeche und (Ex-)Förderturm (3); 11. Oktober 2015

Teile der 1995 stillgelegten Steinkohlenzeche sollen künftig als Industriemuseum genutzt werden. Ansonsten haben sich im Rahmen des allgemeinen Strukturwandels im Ruhrpott auch hier neue Betriebe angesiedelt. Außer einem großen Werk von Bayer Pharma (vorher: Schering) liegen auf dem ehemaligen Zechengelände mehrere Recyclingbetriebe u. ä. Der Förderturm steht unter Denkmalschutz. Außerdem gibt es  Wasserhaltungs-/Entwässerungsanlagen für die alten Gruben (Stichwort: Ewigkeitskosten des Bergbaus).

Etwas weiter nach Norden gewandt ist der stärker „kultivierte“ Bereich der Halde zu sehen, mit dem sog. Korridorpark und angelegten Gräser-/Heide-/Wacholderflächen usw. und Skulpturen u. a.:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz

Foto 2: Bergkamen, Bergehalde „Großes Holz“ mit Korridorpark; dahinter: Bayer Pharma;  11.10.15

Die turm- oder hochsitzartigen Skulpturen sollen an den Förderturm von Schacht 1 erinnen (–> Wikipedia-Foto). 2 davon sind auf meinem Foto 2 zu erkennen.

 

Wir „springen“ jetzt wieder weit nach Nordosten und gut 26 Jahre zurück und sind an der Elbe im niedersächsischen Wendland. Durch den Strom verlief damals noch die undurchlässige innerdeutsche Staatsgrenze und auf dem jenseitigen Ufer stand noch ein schwer gesicherter Grenzzaun:

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Foto 3: Elbe zwischen Wendland und Mecklenburg (wo genau?), mit DDR-Grenzzaun am jenseitigen Ufer; Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto

Von Foto 3 weiß ich leider auch nicht mehr die genaue Lage dieser Aussichtsplattform o. ä., irgendwo zwischen Hitzacker und Ruine der Dömitzer Eisenbahnbrücke …
Obwohl sich damals (Anfang September 1989) schon Veränderungen in Osteuropa andeuteten, hatte ich beim Aufnehmen des Fotos nicht damit gerechnet, dass diese Grenze ein Jahr später schon viele Monate offen und 13 Monate später ganz futsch sein würde …

Vermutlich vom selben Aussichtspunkt aus ist auch das nächste Bild entstanden, das ebenfalls die Elbtalaue zeigt:

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Foto 4: Elbtalaue zwischen Wendland und Mecklenburg (wo genau?); Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto