Spätsommer an der Talsperre – Frühsommer auf dem Haarstrang

Ein weiterer Beitrag mit Vergleich zwischen dem Spätsommer 2016 und Frühsommer/Spätfrühling 2017 …

Für den Spätsommer gehe ich wieder zurück ins Hohe Venn in Ost-Belgien, wo ich an einem sehr sonnigen und heißen Tag den oberen Teil der Wesertalsperre (Eupener See / Lac d‘ Eupen) erreichte:

Foto 1: Ober“lauf“ der Wesertalsperre bei Eupen im Hohen Venn (Ost-Belgien); 8. September 2016

Nicht nur der niedrige Pegelstand machte die Trockenheit und Hitze des letzten Spätsommers deutlich, sondern auch die beinahe staubtrockene Uferböschung:

Foto 2: nördliche Uferböschung der Wesertalsperre (Eupener See); mit u. a. einer „mangrovenähnlich“ bewurzelten Eiche sowie Heidekraut; 08.09.16

Ebenso sonnig, aber nicht (mehr) ganz so trocken und heiß war es am letzten Freitag in diesem Mai, als ich abends von knapp unterhalb des Kamms des Haarstrangs ins nördliche Sauerland blickte:

Foto 3: Aussicht vom Haarstrang bei Fröndenberg-Bausenhagen über das Ruhrtal auf Menden/Sauerland mit u. a. dem Ortsteil Schwitten; ganz hinten die Höhen des Iserlohner Stadtwaldes (rechts), der Hemer Berge und des Balver Walds; 26. Mai 2017, abends

Viele Wiesenblumen und Gräser standen in Blüte, hier z. B. Flockenblumen und Trespen:

Foto 4: Berg-Flockenblumen zwischen Gräsern, u. a. Weiche Trespe; 26.05.17

Auch in den zahlreichen kleinen Tälern (Siepen) des Höhenzuges grünte und blühte es vielfältig:

Foto 5: Tal- und Quellmulde auf dem Haarstrang bei Fröndenberg-Bausenhagen; mittig, gelb-blühend: Besenginster; 26.05.17

Vollfrühling in Wald und Feld, am Boden und am Himmel

Schon längst im Sommer angekommen setze ich meine Frühjahrsberichte 2017 fort. Der Mai war hier im Nordsauerland zu trocken. Nach dem stark unterkühlten April war das ein weiterer Grund für das vergleichsweise späte und verhaltene Pflanzenwachstum in diesem Jahr. Auch im Wald waren Bäume, Sträucher und Unterwuchs weiter zurück als sonst, aber grün wurde es dennoch irgendwann:

Foto 1: frühlingsgrüner Buchenwald mit Stechpalmen (Ilex) im Unterwuchs; im Stadtforst Waldemei in Menden/Sauerland; 10. Mai 2017

Für lichtbedürftige Stauden und Kräuter des Waldes ist die Blütenphase in dieser Jahreszeit meist schon abgelaufen. Etwas spätere Blütezeiten können sich Blumen der Waldlichtungen leisten, wie z. B. viele einheimische Orchideen:

Foto 2: Stattliches (auch: Männliches) Knabenkraut (orchis mascula) auf einer Waldlichtung bei Menden, Ortsteil Oesbern; 18. Mai 2017

Der Mai ist der letzte volle Kalendermonat im Jahr mit längeren Tagen als Nächten, in dem sich die Tageslänge durchgängig ausdehnt. (Der Juni ist zwar unterm Strich der hellste Monat, ab der Sommersonnenwende zum Monatsende geht es aber schon wieder abwärts …).
Das beschert uns im Vollfrühling von Tag zu Tag längere und – bei entsprechendem Wetter – sonnigere Abende. So einen hatte ich bei einem spätabendlichen Ausflug auf den Haarstrang mit schönem Ausblick über verblühende Rapsfelder nach Süden auf den Nordrand des heimischen Sauerlandes:

Foto 3: Blick vom Haarstrang bei Fröndenberg über die Kirche des Ortsteils Dellwig aufs nördliche Sauerland zwischen Menden und Iserlohn; 20. Mai 2017

Der Haarstrang markiert im mittleren und westlichen Westfalen die Grenze zwischen den Großlandschaften Norddeutsches Tiefland (Westfälische Bucht) und dem Mittelgebirge (Rheinisches Schiefergebirge). Der Höhenzug selbst ist aber auch eine eigene (Kleinst-)Landschaft  mit  kleinräumiger Gliederung, wie hier zwischen Fröndenberg und Unna:

Foto 4: auf dem Haarstrang zwischen Fröndenberg-Dellwig und Unna-Billmerich; 20. Mai 2017

Ein wenig passend zum letzten Bild zeige ich nun noch einen farbenfrohen Mai-Abendrothimmel mit Hochspannungsleitungen davor, aufgenommen aus dem Nord-Sauerland mit Blick von zuhause nach Nordwesten (d. h. zum Haarstrang – der aber selbst nicht zu sehen ist – und zwar ziemlich genau in Richtung der Ecke von Foto 4):

Foto 5: Abendhimmel am 23. Mai 2017 über Menden/Sauerland