Ruhrpott-Haldenblick 2015 vs. Elbbrückengrenzblicke 1989

Heute kommt der letzte Teil meiner Zwei-Orte-Zwei-Touren-Zwei-Zeiten-Reihe aus Oktober 2015 bzw. September 1989.

Es geht wieder los mit der „Jetztzeit“, obwohl meine Radtour vom zweiten Oktobersonntag auch schon wieder fast 4 Monate zurückliegt …
Nach dem Anstieg per Rad war ich auf dem künstlichen Gipfel der – ebenfalls künstlichen – Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen im nördlichen Kreis Unna am nordöstlichen Rand des Ruhrgebiets angelangt:

Bergkamen, auf Bergehalde Großes Holz

Foto 1: Bergkamen (Kreis Unna/NRW), „Adener Höhe“ auf Bergehalde „Großes Holz“; 11. Oktober 2015; zum Vergrößern anklicken!

Ganz oben auf der Halde aus „taubem“ Gestein des früheren Steinkohlenbergbaus hat man den sog. „Impulsmast“ mit (angeblich) über 4000 Lämpchen als Erinnerung an die Grubenlampen der „Kumpel“. Der Mast bildet eine der vielen Landmarken der Route Industriekultur im Ruhrpott.

Während es an jenem Sonntag fast den ganzen Tag über strahlend blauen Himmel gab, kam am Spätnachmittag dann doch herbstypischer Dunst auf, der sich vor allem beim Blick in Richtung der sinkenden Sonne, also nach Südwesten, zeigte:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz auf Dortmund

Foto 2: von der Adener Höhe in Bergkamen auf Dortmund mit u. a. dem Fernsehturm „Florian“ am Horizont halb-Mitte-rechts; 11.10.15

Man erkennt auf Foto 2 außerdem ganz gut die topographische Zweiteilung des (östlichen/westfälischen) Ruhrgebiets: im Norden (hier: vorne) eher flach, im Süden hügelig; am Horizont ist das Ardeygebirge zu sehen.

 

Nun springe ich wieder gut 26 Jahre zurück und an die Elbe im Nordosten Niedersachsens, wo damals noch die innerdeutsche Grenze mitten durch den Strom verlief und in der Mitte unterbrochene Verkehrsbrücken standen, z. B. die alte Dömitzer Eisenbahnbrücke:

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Foto 3: Elbdeichweg im Wendland mit der westlichen/niedersächsischen Seite der ehemaligen Dömitzer Bahnbrücke; Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto

Diese Bahnbrücke ist allerdings auch nach der Wiedervereinigung nicht mehr aufgebaut und in Betrieb genommen worden.

Etwas weiter elbabwärts standen damals die Reste der alten Straßenbrücke , die als Fuß-/Radweg bis zur ehemaligen Staatsgrenze nutzbar war:

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Foto 4: alte Dömitzer Straßenbrücke (Westseite) an der Elbe; September 1989; Scan vom Original-Papierfoto

Vom damaligen Aussichtspunkt am Brückenende konnte man zur DDR-Seite blicken, wo es einen Grenzposten auf dem Brückenkopfrest gab:

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Foto 5: von der Mitte der alten Dömitzer Straßenbrücke hinüber zur DDR-Seite mit Grenzposten; Anf. September 1989; abfotografiert vom Originalpapierfoto

Heutzutage ist die alte Straßenbrücke durch eine größere und modernere Brücke ersetzt.

Musikalischer Anhang:

Wegen Aussichten von Hügeln oder anderen erhöhten Stellen und wegen der heutigen offenen Grenzen und Weiten an der Elbe habe ich The Who “ I can see for miles“ ausgesucht, und zwar einen Liveauftritt der mittlerweile älteren (aber immer noch rockenden) Herren aus 2015:

 

 

Bergbaufolgelandschaft 2015 vs. Vorgrenzöffnung-Elblandschaft 1989

Weiter geht es mit meinem Zwei-Orte-Zwei-Zeiten-Bericht 2015/1989 …
Auf der Radtour durch Teile Dortmunds und des Kreises Unna im Goldenen Oktober 2015 hatte ich schließlich fast den „Gipfel“ der Bergehalde „Großes Holz“ in Bergkamen erreicht. Von dort bot sich in Richtung Osten der Ausblick auf den mit noch jungen Bäumen bestandenen Hang der renaturierten Abraumhalde und auf das Gelände der stillgelegten Zeche Monopol Schacht Grimberg 1/2:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz

Foto 1: Bergkamen (Kreis Unna/NRW); von Bergehalde „Großes Holz“ nach Osten, mit Werk von Bayer Pharma (1), ehem. Aufbereitungshalle (2) der Zeche und (Ex-)Förderturm (3); 11. Oktober 2015

Teile der 1995 stillgelegten Steinkohlenzeche sollen künftig als Industriemuseum genutzt werden. Ansonsten haben sich im Rahmen des allgemeinen Strukturwandels im Ruhrpott auch hier neue Betriebe angesiedelt. Außer einem großen Werk von Bayer Pharma (vorher: Schering) liegen auf dem ehemaligen Zechengelände mehrere Recyclingbetriebe u. ä. Der Förderturm steht unter Denkmalschutz. Außerdem gibt es  Wasserhaltungs-/Entwässerungsanlagen für die alten Gruben (Stichwort: Ewigkeitskosten des Bergbaus).

Etwas weiter nach Norden gewandt ist der stärker „kultivierte“ Bereich der Halde zu sehen, mit dem sog. Korridorpark und angelegten Gräser-/Heide-/Wacholderflächen usw. und Skulpturen u. a.:

Bergkamen, von Bergehalde Großes Holz

Foto 2: Bergkamen, Bergehalde „Großes Holz“ mit Korridorpark; dahinter: Bayer Pharma;  11.10.15

Die turm- oder hochsitzartigen Skulpturen sollen an den Förderturm von Schacht 1 erinnen (–> Wikipedia-Foto). 2 davon sind auf meinem Foto 2 zu erkennen.

 

Wir „springen“ jetzt wieder weit nach Nordosten und gut 26 Jahre zurück und sind an der Elbe im niedersächsischen Wendland. Durch den Strom verlief damals noch die undurchlässige innerdeutsche Staatsgrenze und auf dem jenseitigen Ufer stand noch ein schwer gesicherter Grenzzaun:

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Foto 3: Elbe zwischen Wendland und Mecklenburg (wo genau?), mit DDR-Grenzzaun am jenseitigen Ufer; Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto

Von Foto 3 weiß ich leider auch nicht mehr die genaue Lage dieser Aussichtsplattform o. ä., irgendwo zwischen Hitzacker und Ruine der Dömitzer Eisenbahnbrücke …
Obwohl sich damals (Anfang September 1989) schon Veränderungen in Osteuropa andeuteten, hatte ich beim Aufnehmen des Fotos nicht damit gerechnet, dass diese Grenze ein Jahr später schon viele Monate offen und 13 Monate später ganz futsch sein würde …

Vermutlich vom selben Aussichtspunkt aus ist auch das nächste Bild entstanden, das ebenfalls die Elbtalaue zeigt:

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Foto 4: Elbtalaue zwischen Wendland und Mecklenburg (wo genau?); Anfang September 1989; abfotografiert vom Original-Papierfoto

Überquerbarer Datteln-Hamm-Kanal 2015 vs. unüberquerbare Elbe 1989

Meine Radtour aus Mitte Oktober 2015 führte mich zunächst weiter entlang des Nordufers des Datteln-Hamm-Kanals in Richtung Osten:

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Foto 1: am Datteln-Hamm-Kanal, Nordufer; zwischen Lünen, Bergkamen und Werne (Kreis Unna, NRW); 11. Oktober 2015

Am rechten (südlichen) Ufer sehen wir eine Siedlung im Lünener Stadtteil Beckinghausen. Sie liegt erkennbar tiefer als der Kanal. Von Natur aus gäbe es diese Geländestufe hier nicht, denn die Landschaft am Nordostrand des Ruhrgebiets geht über ins eher flache Münsterland. Und in dessen Richtung, also nach Norden, geht der Blick auf dem nächsten Foto:

vom Kanalradweg nach Norden

Foto 2: vom Radweg am Datteln-Hamm-Kanal nach Norden, bei Bergkamen-Heil; 11.10.15

Kurze Zeit und wenige Km weiter überquerte ich den Kanal wieder mit einem letzten Blick auf die Wasserstraße in Richtung Osten, u. a. mit dem Kohlekraftwerk Bergkamen:

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Foto 3: von der Brücke Jahnstraße in Bergkamen auf den Datteln-Hamm-Kanal, Richtung Osten; mit Kraftwerk hinten links; 11.10.15

 

Hier ist die Überquerung des Gewässers kein Problem, eine Grenze gibt es auch nicht, denn beides liegt im Stadtgebiet von Bergkamen.

Ganz anders ist das beim Foto aus meiner Rückblende in den September 1989. Es zeigt die Elbe im Wendland im Nordosten Niedersachsens, als dort mitten im Fluss noch die innerdeutsche Staatsgrenze (BRD-DDR) verlief, die ja gleichzeitig die Grenze zweier weltpolitischer Machtblöcke war:

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Foto 4: an der Elbe irgendwo im Wendland (Nordostniedersachsen) (wo genau?); Anfang September 1989; abfotografiert vom ursprünglichen Papierfoto

Auf dem Bild ganz rechts ist ein Patrouillenboot o. ä. des (BRD-)Grenzschutzes zu sehen. Irgendwo hinten auf dem jenseitigen Ufer ist ganz schwach der Grenzzaun zu erkennen.

Auch bei diesem Foto kenne ich nicht mehr den genauen Standort; kann jemand helfen?