Angenagtes Land – mal durch Wasser, mal mit Wasser

Am letzten Sonntag besuchte ich den großen Kalk-Steinbruch im heimischen Nordsauerland an der Stadtgrenze zwischen Menden und Balve:

Foto 1: Kalk-Steinbruch „Grube Asbeck“ bei Balve-Eisborn, nördliches Sauerland, Märkischer Kreis; 2. September 2018

Durch den Abbau des Rohstoffes Massenkalk ist hier in den letzten Jahrzehnten bereits der Großteil eines Berges mit Wald und landwirtschaftlichen Flächen abgetragen worden. An der tiefsten Stelle der Grube entstand ein See aus Grundwasser.

Während im Steinbruch der Mensch das Land an- und abnagt, sind es anderswo die Naturkräfte, vor allem das Wasser:

Foto 2: Strand und Kliff bei Schönhagen an der Schleswigschen Ostseeküste; 5. September 2018

Beim Kurzurlaub letzte Woche im nordöstlichen Schleswig-Holstein traf ich auf „normale“, d. h. natürliche Erosion, in diesem Fall durch Einwirkung des Meeres auf eine Steilküste. Auch dort muss das Land – solange der Mensch nicht durch aufwändige Küstenschutzmaßnahmen  gegensteuert – Stück für Stück zurückweichen. Das gilt auch für die oberhalb liegenden Äcker und Wege:

Foto 3: Steilküste aus Foto 2, Ansicht oben und in Gegenrichtung

Felsen und Pflanzen

Immer wieder beeindruckend ist der Kampf von Pflanzen um das für ihr Überleben notwendige Stück guten Bodens. Besonders in steiniger oder gar felsiger Umgebung schaffen es einige von ihnen, an auf den ersten Blick ziemlich unwirtlichen Stellen Fuß ….äh….Wurzel(n) zu fassen wie hier diese Kiefer im Spalt eines Felsblocks (vermutlich aus Granit…?) im nördlichen Harz, entdeckt in einem Wanderurlaub:

Kiefer auf/in Felsblock; nördlicher Harz

Kiefer auf/in/aus Felsblock; im nördlichen Harz bei Ilsenburg (Sachsen-Anhalt); September 2006

Auch wenn das Überleben dort hart – im wahrsten Sinne – sein dürfte, zumindest die Konkurrenz durch andere Bäume ist an diesem Standort kein Problem.

Eine änhliche Kombination sehen wir auf dem nächsten Bild, diesmal mit Buchen auf oder zwischen Schieferplatten:

junge Buchen zwischen Schieferplatten

junge Buchen und Haselsträucher  zwischen Schieferplatten in Menden/Sauerland, nahe Huckenohl-Stadion; April 2008

Schiefer ist allerdings ein ziemlich weiches und „bröseliges“ Gestein, sodass Bäume es hier nicht allzu schwer haben. Die  im Bild gerade frisch im Frühling austreibenden Bäume dürften auch ganz aktiv mit ihrem Wachstum zur weiteren Verwitterung des Schiefers beitragen.

Viel intensivere Verwitterung von Felsen gibt es in den Hochgebirgen. Hier sind Wetter und Wasser die größten zerstörenden Kräfte für jedes noch so harte Gestein. So entstehen in einigen Lagen riesige Schutt- und Geröllfelder und „Erosionsbahnen“,  wie hier in den Allgäuer Alpen bei Oberstdorf (aus meinem Allgäu-Urlaub 2003):

Felsgeröllfeld(er) in den Allgäuer Alpen

Felsgeröllfeld(er) in den Allgäuer Alpen unterhalb des Nebelhorns bei Oberstdorf; Juni 2003

Selbst am Rande dieser durch die Hanglage und wegen der fehlenden höheren Vegetation als Wuchsort äußerst unsicheren Schuttmassen schaffen es Gräser und andere niedrigwüchsige Pflanzen, sich anzusiedeln, auch wenn nicht immer für lange. Auf der gegenüberliegenden Talseite erkennt man das Wechselspiel zwischen Fels und Vegetation aller Art noch deutlicher.