Nah- und Weitblick einer wechselhaften Maiwoche

In dieser Woche hat das Wetter hier im nördlichen Sauerland für Kapriolen gesorgt. Am Anfang der Woche ging hier ein Sturzregen nieder, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Menden war dabei eines der am stärksten betroffenen Orte überhaupt. Die Hochwasserkatastrophe aus dem Juli ’21 wiederholte sich aber zum Glück nicht. Am Donnerstagnachmittag gab es wieder Gewitter und Regen nachmittags, allerdings schwächer als am Montag. Für den Freitag wurde das heftigste Unwetter dieser Woche angekündigt, jedoch fiel in Menden nur wenig Regen bei bloß mäßig starkem Wind, während keine 50 bzw. 100 km weiter nordöstlich Tornados Schneisen der Verwüstung in Lippstadt und Paderborn rissen …

Nach dem Regen vom Montag (von dem ich keine Bilder machen konnte) war die Mauer zwischen Garten und Kellergarage bedeckt mit bis zu 1m hoch gespritzten Sandkörnern, Pflanzenteilen usw. Eine Weinbergschnecke nutzte die allumfassende Feuchtigkeit zu einem ausgiebigen Streifzug:

Foto 1: Weinbergschnecke an Grünsandsteinmauer nach dem Starkregen am frühen Abend des 16. Mai 2022

Am Ende der Woche, am heutigen Sonntag, fiel das Wetter gänzlich anders aus. Es war ruhig, tagsüber beinahe windstill, heiter bis locker bewölkt und angenehm mild. Die Landschaft war nach dem überreichlichen Niederschlag der Tage zuvor üppig ergrünt:

Foto 2: Ausblick vom Schieberg auf Balve, im Hönnetal, nordwestliches Sauerland, nordöstlicher Märkischer Kreis, NRW; 22.05.22

Natur- und Geschichtsdenkmale – Geschichten und Geschichte

Weiter geht es mit meinem Tourenvergleich aus Mitte Oktober des letzten Jahres und dem letzten Mai-Sonntag ’18.

Im Hönnetal stand ich vor der Kalk-Felsengruppe „Sieben Jungfrauen“ beim kleinen Balver Ortsteil Binolen:

Foto 1: Blick vom Hönnetalwanderweg  über die Hönne auf den südlichen Teil der Felsengruppe „Sieben Jungfrauen“ bei Balve-Binolen, Märkischer Kreis, Nordsauerland; 19. Oktober 2017

Gegenüber den Felsen gibt es einige Schautafeln, Hinweistafeln, einen „Guckkasten“ u. ä.:

Foto 2: Schautafeln, „Guckkasten“ u. a. am Hönnetal-Wanderweg gegenüber der Felsengruppe „Sieben Jungfrauen“; 19.10.17

Erwartungsgemäß gibt es eine überlieferte Sage zur Entstehungsgeschichte der Felsengruppe:

Foto 3: Abdruck der Sage zu den Felsen der sieben Jungfrauen auf der Schautafel rechts in Foto 2

Auf einer Tafel unter dem „Guckkasten“ ist die erdgeschichtliche (geologische) Entstehung der Felsengruppe dargestellt, welche der Wahrheit deutlich näher kommen dürfte 😉

Foto 4: Schautafel mit der geologischen Entstehungsgeschichte der Felsengruppe „Sieben Jungfrauen“

Beim Ausflug ins ebenfalls vom Massenkalk geprägte Grüner Tal bei Iserlohn am 27.05.18 besuchte ich das aus dem Jahr 1816 stammende Denkmal „Eisernes Kreuz“ in Obergrüne:

Foto 5: Denkmal „Eisernes Kreuz“ im Iserlohner Ortsteil Obergrüne; 27. Mai 2018

Diese und andere Gedenkstätten zum Abschütteln der – zumindest so empfundenen – napoleonischen Fremdherrschaft und Unterdrückung wirken heute, gut 200 Jahre später, ein wenig befremdlich.

Das – u. a. sehr preußische – Denken kommt auch in den Inschriften zum Ausdruck, die in Sprache und Aussage nicht auf Anhieb verständlich sind:
Wir rh(!)ühmen, dass du uns hilfst und im Namen unseres Gottes werfen wir Paniere auf

Foto 6: Rückseite des Denkmals „Eisernes Kreuz“ in Iserlohn-Obergrüne; 27.05.18

„Paniere“ musste ich selbst erst nachsehen. Es sind  (Kriegs-)Flaggen, Banner, Feldzeichen, Standarten o. ä. Diese „aufwerfen“ (aufheben) bedeutet im übertragenen Sinne in etwa „sich gegen jemanden (militärisch) erheben“.

Ein ganz anderes Bauwerk in Grüne ist mittlerweile und bis auf Weiteres auch zu einem (und zwar Industrie-)Denkmal geworden, die Iserlohner Brauerei, die nach einer wechselvollen mehr als 100-jährigen Geschichte seit einigen Jahren nicht mehr produziert:

Foto 7: Ausblick von Nordosten auf die (ehem.) Iserlohner Brauerei in Obergrüne; Foto stark gezoomt; 27.05.2018

 

Frühlings-Weißblüher im Wald und vor Landschaft

Am letzten, langen Wochenende sah ich zwei an ihrem jeweiligen Wuchsort sehr auffällige weißblühende Frühlingsblumen. Sie wären an anderen Stellen oder mit weniger Exemplaren nicht so ins Auge gefallen…

Ich beginne mit einem Hangwald im Hönnetal bei Balve im nördlichen Sauerland, wo der Boden am Himmelfahrtstag überzogen war mit würzig duftendem und in voller Blüte stehendem Bärlauch:

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Foto 1: Bärlauch im Buchen-Hangwald im mittleren Hönnetal bei Balve-Volkringhausen; Mitte Mai 2015

Eine Aussicht aus dem Wald war um diese Jahreszeit natürlich nicht möglich und auch der Blick von Weitem auf diesen Bärlauch-Wald ist nicht so überwältigend:

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Foto 2: auf Balve-Volkringhausen im Hönnetal; hinten ganz rechts der Bärlauch-Wald aus Foto 1; ca. eine halbe Stunde nach Foto 1 aufgenommen

 

Anders verhält es sich bei der nächsten „Pflanze-Wald-Landschaft-Kombi“. Ziehen einzelne Weißklee-Kräuter kaum Aufmerksamkeit auf sich, fällt dieser interessante „Klee-Drubbel“ mitten auf einem Waldweg im Lüerwald bei Menden-Lürbke (auch Nordsauerland) sofort ins Auge:

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Foto 3: Weißklee-Horst auf einem Waldweg im südlichen Lüerwald bei Menden-Lürbke; 17. Mai 15

Wirklich beeindruckend wirkt dieser wilde Kleeblütenstrauß aber erst in der Gesamtschau mit der umgebenden Landschaft:

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Foto 4: Weißklee-Horst von Foto 3 im Lüerwald bei Menden-Lürbke über dem mittleren Biebertal (Mitte-hinten); 17. Mai 2015

 

 

 

altes und neues Foto – Felsdurchbrüche an Verkehrswegen

Beim „Kramen“ in meinen alten (Digital-)Fotos für die Reihe altes und neues Foto bin ich auf ein Bild von einer Urlaubsradtour im Allgäu aus Juni 2003 gestoßen, wo die kleine Landstraße zwischen einem recht engen Feldurchbruch hindurchführt:

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Foto 1: Straße mit Felsdurchbruch im Oberallgäu; Juni 2003

Das erinnerte mich dann an ein Foto aus März 2014, aufgenommen im heimischen Nord-Sauerland, wo nicht eine Straße, sondern eine Bahnstrecke zwischen Felsen verläuft (Hönnetalbahn, Abschnitt Menden – Balve):

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Foto 2: Gleis der Hönnetalbahn bei Balve-Volkringhausen (Märkischer Kreis); März 2014

 

Zum Schluss zeige ich zu beiden Fotos auch noch Bilder der jeweiligen näheren Umgebung mit weiterem Blickwinkel:

a) Landschaft nahe Standort von Foto 1 (Allgäu):

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Foto 3: Landschaft im Oberallgäu/nördliche Allgäuer Alpen, nahe Standort Foto 1; Juni 2003

b) Landschaft nahe Standort von Foto 2 (nördl. Sauerland):

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Foto 4: Landschaft im Hönnetal bei Balve-Volkringhausen, nahe Standort von Foto 2;  März 2014

Ganz „nebenbei“ zeigen die Fotos auch wieder Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Hochgebirgs(rand) und Mittelgebirge sowie – das soll  im Jahrestageszeitenbuch ja  auch so sein – natürlich wieder jahreszeitliche Unterschiede, hier zwischen Spätwinter und Frühsommer…