Vollfrühling in Wald und Feld, am Boden und am Himmel

Schon längst im Sommer angekommen setze ich meine Frühjahrsberichte 2017 fort. Der Mai war hier im Nordsauerland zu trocken. Nach dem stark unterkühlten April war das ein weiterer Grund für das vergleichsweise späte und verhaltene Pflanzenwachstum in diesem Jahr. Auch im Wald waren Bäume, Sträucher und Unterwuchs weiter zurück als sonst, aber grün wurde es dennoch irgendwann:

Foto 1: frühlingsgrüner Buchenwald mit Stechpalmen (Ilex) im Unterwuchs; im Stadtforst Waldemei in Menden/Sauerland; 10. Mai 2017

Für lichtbedürftige Stauden und Kräuter des Waldes ist die Blütenphase in dieser Jahreszeit meist schon abgelaufen. Etwas spätere Blütezeiten können sich Blumen der Waldlichtungen leisten, wie z. B. viele einheimische Orchideen:

Foto 2: Stattliches (auch: Männliches) Knabenkraut (orchis mascula) auf einer Waldlichtung bei Menden, Ortsteil Oesbern; 18. Mai 2017

Der Mai ist der letzte volle Kalendermonat im Jahr mit längeren Tagen als Nächten, in dem sich die Tageslänge durchgängig ausdehnt. (Der Juni ist zwar unterm Strich der hellste Monat, ab der Sommersonnenwende zum Monatsende geht es aber schon wieder abwärts …).
Das beschert uns im Vollfrühling von Tag zu Tag längere und – bei entsprechendem Wetter – sonnigere Abende. So einen hatte ich bei einem spätabendlichen Ausflug auf den Haarstrang mit schönem Ausblick über verblühende Rapsfelder nach Süden auf den Nordrand des heimischen Sauerlandes:

Foto 3: Blick vom Haarstrang bei Fröndenberg über die Kirche des Ortsteils Dellwig aufs nördliche Sauerland zwischen Menden und Iserlohn; 20. Mai 2017

Der Haarstrang markiert im mittleren und westlichen Westfalen die Grenze zwischen den Großlandschaften Norddeutsches Tiefland (Westfälische Bucht) und dem Mittelgebirge (Rheinisches Schiefergebirge). Der Höhenzug selbst ist aber auch eine eigene (Kleinst-)Landschaft  mit  kleinräumiger Gliederung, wie hier zwischen Fröndenberg und Unna:

Foto 4: auf dem Haarstrang zwischen Fröndenberg-Dellwig und Unna-Billmerich; 20. Mai 2017

Ein wenig passend zum letzten Bild zeige ich nun noch einen farbenfrohen Mai-Abendrothimmel mit Hochspannungsleitungen davor, aufgenommen aus dem Nord-Sauerland mit Blick von zuhause nach Nordwesten (d. h. zum Haarstrang – der aber selbst nicht zu sehen ist – und zwar ziemlich genau in Richtung der Ecke von Foto 4):

Foto 5: Abendhimmel am 23. Mai 2017 über Menden/Sauerland

 

Frühlingshimmel von Nachmittag bis Abend über Land und See

Weil  auf meiner letzten Haarstrang-Möhnesee-Radtour der Kamera-Akku schlapp machte, habe ich letzte Woche eine ähnliche Radel-Landpartie unternommen. Weil ich dabei wieder die Landschaftsgrenze Flachland – Mittelgebirge passierte und außerdem Wolken den Himmel abwechslungsreich gestalteten, ergaben sich interessante Bilder zwischen Himmel, Erde und Wasser …

Am Nordhang des Haarstrangs zwischen Werl und Ense hatte ich einen intensiv blauen Himmel mit hellen Schönwetterwolken:

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Foto 1: am Haarstrang, Blick nach Südosten auf Ense-Ruhne (Kreis Soest); Anfang Mai 2015

Von der gleichen Stelle nach Norden blickend, d. h. Richtung Flachland (Westfälische Bucht; hier der Landschaftsteil Hellweg) und zum äußersten östlichen Rand des Ruhrgebiets, war es diesiger und der Himmel weißlich-hellblau:

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Foto 2: vom Standort Foto 1 nach Norden über den Hellweg auf u. a. Hamm (mit Kraftwerk vorm Horizont); Anfang Mai 2015

Nach Überqueren des Haarstrangs war die Aussicht frei auf den Nordrand des mittleren Sauerlandes – mit mehr Wald am Boden und mehr Wolken am Himmel, der aber immer noch viel Blau hatte:

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Foto 3: vom Haarstrang zwischen Ense und Möhnesee Richtung Möhnetal; Ende Mai 2015

Einige km weiter kam auch die Möhnetalsperre in Sicht, bei dann allerdings schon eher grauem Himmel:

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Foto 4: vom Haarstrang bei Möhnesee-Delecke auf die Möhnetalsperre mit dem Arnsberger Wald dahinter; Anfang Mai 2015

Unten am See angekommen hatte sich der Himmel fast ganz zugezogen, was aber schöne Sonne-Wolken-Lichteffekte auf und über dem Wasser herbeizauberte:

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Foto 5: früh abends am Hevearm des Möhnesees; Anfang Mai 2015

 

 

Frühlingstour durch Stadt und Land und zum See über Landschaftsgrenze

Hier und hier kommt die im letzten Beitrag angekündigte Fortsetzung des Tourenberichts …

Am 21. April 2015, einem herrlichen Frühlingstag, machte ich eine Radtour von Soest – der Kreisstadt am Hellweg, in der Mitte Westfalens – über den Höhenzug Haarstrang zurück ins heimische Nordsauerland.

In der schönen Altstadt von Soest kam ich am „Großen Teich“ mit Blick auf die St.-Patrokli-Kirche („Soester Dom“) vorbei:

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Foto 1: Soest (Westfalen), Altstadt mit „Großem Teich“, St.-Patrokli-„Dom“ (hinten links) und St.-Petri-Kirche (hinten rechts); 21.04.15

Der Teich ist übrigens noch nicht der in der Überschrift angekündigte See 😉

Vorbei am Osthofentor, einem Wehrturm der ehemaligen Stadtbefestigung, ging es hinaus aus der Soester Altstadt:

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Foto 2: Osthofentor am Rande der Altstadt von Soest (Westfalen); 21.04.15

Danach begann der eigentliche Radweg, der zum großen Teil auf einer ehemaligen Bahntrasse verläuft. Es geht zwar auch in dessen Nordabschnitt stetig (leicht) bergauf, aber der Landschaftscharakter dort ist zunächst noch Flachland. Dass wir auf dem nächsten Foto dennoch eine Aussicht von oben haben, liegt an einer Brücke des Radwegs über eine Bundesstraße:

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Foto 3: auf dem Radweg Soest-Möhnesee bei Soest-Elfsen, Blick von einer Brücke über die B 475; 21.04.15

Nach Überqueren des Kamms des Haarstrangs sieht man allmählich, dass man auch gleichzeitig eine Landschaftsgrenze erreicht hat, nämlich die zwischen Norddeutschem Flachland (hier in Gestalt der Westfälischen Bucht) und Mittelgebirge (hier Nordrand Sauerland). Zusammen mit einem steinernen Knaben am Skulpturenpfad Wegmarken erspähen wir am Horizont die ersten bewaldeten Hügel und Berge:

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Foto 4: auf dem Haarstrang bei Möhnesee-Echtrop, mit Steinfigur des „Skulpturenpfad Wegmarken“; ganz hinten der Arnsberger Wald; 21.04.15

Noch ein paar km weiter südöstlich und haarstrang-abwärts merkt man voll und ganz, dass sich das Landschaftsbild stark geändert hat. Denn zum einen bestimmt der See der Möhne-Talsperre die Szenerie und zum anderen haben wir die Sicht auf den großflächigen Arnsberger Wald:

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Foto 5: Blick vom Soest-Möhnesee-Radweg nach Süden auf die Möhne-Talsperre und (dahinter) den Arnsberger Wald; 21.04.15

Es geht den Radweg entlang weiter hinunter zum Stausee. Hier liegt das obere (östliche) Ende der Talsperre, also das der Staumauer entgegengesetzte Ende. Der See ist daher in diesem Bereich vergleichsweise schmal. Aber auch hier gibt es an den Zuläufen der Nebenbäche des Flusses Möhne Seitenbecken der Talsperre:

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Foto 6: Aussicht vom Soest-Möhnesee-Radweg bei Wamel auf ein Seitenbecken und auf das obere Ende der Möhne-Talsperre; hinten der Arnsberger Wald; 21.04.15

Auf den beiden vorigen Bildern wird der Kontrast zwischen der offenen und landwirtschaftlich geprägten Landschaft nördlich des Sees und dem weitläufigen Waldgebiet südlich davon deutlich. Die im Zuge der  kommunalen Gebietsreform NRW 1975 aus vielen Dörfern gebildete Gemeinde Möhnesee umfasst übrigens Teile aller dieser Landschaftsbereiche … und den gesamten See.

Zum Schluss werfen wir den Blick vom Südufer der Talsperre über den See zurück auf den Haarstrang, von dessen Nordseite ich gekommen war:

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Foto 7: vom Südufer der Möhne-Talsperre nach Norden auf den Haarstrang bei Möhnesee-Stockum (hinten rechts) 21.04.15

Meine Radtour war hier noch nicht zuende (sondern erst etwa zur Hälfte rum), aber mein Kamera-Akku war am Ende 😉 Von der Rückfahrt durch das untere Möhnetal und noch ein ganzes Stück entlang der Ruhr gibt es deswegen leider keine (aktuellen) Fotos.
Aber es gibt noch mehr Bilder der Tour aus Soest und vom Soest-Möhnesee-Radweg im Web-de-Album hier …

Wintersonntagnachmittag an Landschaftsgrenze

Wir hatten hier am Nordrand des Sauerlandes gestern (12.01.14) schon den zweiten sonnigen Sonntag hintereinander. 🙂

Ruhr bei Menden/Sauerland-Dahlhausen

Ruhr bei Menden/Sauerland-Dahlhausen; 12.01.2014

Es war zwar spürbar kälter als eine Woche zuvor und es hatte Nachtfrost gegeben, aber tagsüber überwog wieder ein eher frühlingshafter Eindruck. Es bot sich ein fast blauer Himmel auf dem Weg aus dem Ruhrtal auf den Höhenzug des Haarstrangs:

Weg zum Haarstrang bei Fröndenberg-Dellwig

Weg zum Haarstrang bei Fröndenberg-Dellwig; 12.01.2013

Der Ort meiner Fotos liegt in mehrfacher Hinsicht in einem Grenzgebiet, nämlich zum einen zwischen dem Verdichtungsraum des Ruhrgebiets und der Naturregion Sauerland, zum anderen zwischen dem (nördlichen) Mittelgebirge und dem Tiefland. Jenseits (nördlich) des auf dem vorigen Foto zu sehenden Kamms des Haarstrangs endet das Bergland und in geradliniger Verlängerung dieser Sichtachse bleibt es bis zur Nordsee flach bis höchstens hügelig. (Weiter nordöstlich gibt es allerdings noch weitere Mittelgebirge).
Hier ist der Blick vom Haarstrang-Kamm nach Norden:

auf dem Haarstrang zwischen Altendorf und Billmerich

Blick vom Haarstrang zwischen Fröndenberg-Altendorf und Unna-Billmerich nach Norden;  hinten links am Horizont eine alte Bergbau-Halde; 12.01.14

Vorn auf dem vorigen Bild ist alles noch landwirtschaftlich geprägt, weiter hinten und unten liegt der Ostrand des Ruhrgebiets.
Von fast der gleichen Stelle hat man in der Gegenrichtung – nach Süden – die Sicht auf das bergige Sauerland:

vom Haarstrang bei Altendorf auf das nordwestliche Sauerland

vom Haarstrang bei Fröndenberg-Altendorf auf das nordwestliche Sauerland zwischen Iserlohn und Menden; 12.01.2014

Das Wetter wurde zum späten Nachmittag diesiger – und im Vordergrund blühte mitten im Hochwinter der Raps …

Noch etwas später bot sich ein schöner Sonnenuntergang zwischen den Bäumen, die übrigens zu einem Abschnitt der Deutschen Alleenstraße gehören:

Sonnenuntergang oberhalb von Altendorf

Abschnitt der Deutschen Alleenstraße oberhalb von Fröndenberg-Altendorf (Kreis Unna); 12.01.2014

Mit einigen Tagen Verspätung bringe ich noch einen Beitrag zum Tag der deutschen Einheit am 03. Oktober.
Als dieser Jahrestag zum ersten Mal begangen wurde (am 03.10.1991), war ich auf Reise ganz im Osten des gerade ein Jahr lang vereinten Landes, in Görlitz in der Lausitz im Freistaat Sachsen:

Görlitz, Stadtmuseum mit Deutschland-Flagge am 03.10.91

Görlitz in der Oberlausitz, Stadtmuseum mit Deutschland-Flagge am 03.10.91;
[Scan vom Papierfoto]

Das Foto ist u. a. bestimmt durch die von mehreren Grenzlinien (Dach – Himmel, Flagge – Himmel) gebildeten Farb- und Form-Kontraste.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands . Sie liegt am Fluss Neiße und damit an der Grenze zu Polen.
Auf dem folgenden Foto ist der Blick von der deutschen Seite auf die polnische Seite zu sehen. Beide Seiten gehörten bis 1945 zusammen. Danach bildeten die östlichen Stadtteile die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec. Als ich damals das Foto machte, war noch nicht abzusehen, dass einige Jahre später beide Fluss-Seiten wieder in einem vereinten friedlichen Europa liegen würden:

von Görlitz über die Neiße auf Zgorzelec; 3.10.91

Blick von Görlitz (Deutschland) über die Neiße auf Zgorzelec (Polen); 03. Oktober 1991
[Scan vom Papierfoto]

In diesem Jahr, am 03.10.2013, am 23. Tag der Deutschen Einheit, war im heimischen Westfalen so gut wie nichts vom Anlass des Feiertags zu sehen und zu spüren. Es war einfach ein freier Tag mit ganz schönem Frühherbst-Wetter.
Ich habe von diesem Tag ein Bild ausgesucht, das auch den Blick über ein Flusstal (Ruhr) zeigt und in dem auch Grenzen liegen, allerdings eine Landschaftsgrenze und (unsichtbare) kommunale Verwaltungsgrenzen:

von Menden-Brockhausen über das Ruhrtal auf den Haarstrang

von Menden-Brockhausen über das Ruhrtal auf den Haarstrang mit Fröndenberg (hinten links) und Wickede (hinten rechts); 03.10.2013

Wir blicken auf dem vorigen Bild auf den Höhenzug des Haarstrangs, der einen Abschnitt der wichtigen Landschaftsgrenze zwischen der Norddeutschen Tiefebene  und dem Mittelgebirge bildet.
Vor dem Haarstrang fließt die Ruhr, durch welche die Grenze zwischen dem Märkischen Kreis (vorne) und dem Kreis Unna (hinten links) verläuft.  Hinten rechts gibt es dann noch die Grenze zwischen den Kreisen Unna und Soest.

Viel deutlicher im Bild zu sehen sind wieder verschiedenste optische Grenzen, z. B.  am Horizont oder zwischen dem Reitplatz im Vordergrund und der umgebenden Landschaft.

Zum Schluss möchte ich noch hinweisen auf meinen Artikel zur ehem. innerdeutschen Grenze aus dem letzten Jahr…..

Erster und dreiundzwanzigster Einheitstag: Grenzbilder und Bildgrenzen