Angenagtes Land – mal durch Wasser, mal mit Wasser

Am letzten Sonntag besuchte ich den großen Kalk-Steinbruch im heimischen Nordsauerland an der Stadtgrenze zwischen Menden und Balve:

Foto 1: Kalk-Steinbruch „Grube Asbeck“ bei Balve-Eisborn, nördliches Sauerland, Märkischer Kreis; 2. September 2018

Durch den Abbau des Rohstoffes Massenkalk ist hier in den letzten Jahrzehnten bereits der Großteil eines Berges mit Wald und landwirtschaftlichen Flächen abgetragen worden. An der tiefsten Stelle der Grube entstand ein See aus Grundwasser.

Während im Steinbruch der Mensch das Land an- und abnagt, sind es anderswo die Naturkräfte, vor allem das Wasser:

Foto 2: Strand und Kliff bei Schönhagen an der Schleswigschen Ostseeküste; 5. September 2018

Beim Kurzurlaub letzte Woche im nordöstlichen Schleswig-Holstein traf ich auf „normale“, d. h. natürliche Erosion, in diesem Fall durch Einwirkung des Meeres auf eine Steilküste. Auch dort muss das Land – solange der Mensch nicht durch aufwändige Küstenschutzmaßnahmen  gegensteuert – Stück für Stück zurückweichen. Das gilt auch für die oberhalb liegenden Äcker und Wege:

Foto 3: Steilküste aus Foto 2, Ansicht oben und in Gegenrichtung

Zwischen Sommerhimmel, Kalk und blauem Grundwasser

Am gestrigen Sonntag, an dem zum Glück die erste – und dann auch gleich zu heftige – Hitzewelle dieses Jahres schon wieder abgeebbt war, war ich unterwegs in der frühsommerlichen Landschaft beim Balver Ortsteil Eisborn im nördlichen Sauerland:

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Foto 1: Blick von Balve-Eisborn über das obere Hönnetal auf den südlichen Balver Wald; Anfang Juni 2015

Vom Standort des ersten Fotos nur etwa einen km entfernt stößt man auf die Folgen eines unter dieser Landschaft liegenden Bodenschatzes, nämlich auf einen Steinbruch mit Massenkalk:

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Foto 2: Steinbruch Asbeck bei Balve-Eisborn; hinten der nordöstliche Teil des Balver Waldes; Anfang Juni 2015

Auf dem Grund des aktuell noch voll im Betrieb befindlichen Steinbruchs hat sich ein „See“ aus kalkhaltigem Grundwasser gebildet, welcher das Himmelsblau besonders intensiv spiegelt:

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Foto 3: Steinbruch“see“ am Grund des Steinbruchs Asbeck; Anfang Juni 2015

Ein Steinbruch ist ohne Frage ein tiefer (nicht nur im ursprünglichen Wortsinn) Eingriff in Natur und Landschaft. Dennoch entsteht nach dem Gesteinsabbau eine Folgelandschaft und -vegetation, die irgendwann neue Chancen für die Umwelt bieten kann:

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Foto 4: Steinbruch Asbeck zwischen Balve-Eisborn, Menden-Asbeck und Hemer-Deilinghofen (ganz hinten); Anfang Juni 2015