Mit einigen Tagen Verspätung bringe ich noch einen Beitrag zum Tag der deutschen Einheit am 03. Oktober.
Als dieser Jahrestag zum ersten Mal begangen wurde (am 03.10.1991), war ich auf Reise ganz im Osten des gerade ein Jahr lang vereinten Landes, in Görlitz in der Lausitz im Freistaat Sachsen:

Görlitz, Stadtmuseum mit Deutschland-Flagge am 03.10.91

Görlitz in der Oberlausitz, Stadtmuseum mit Deutschland-Flagge am 03.10.91;
[Scan vom Papierfoto]

Das Foto ist u. a. bestimmt durch die von mehreren Grenzlinien (Dach – Himmel, Flagge – Himmel) gebildeten Farb- und Form-Kontraste.

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands . Sie liegt am Fluss Neiße und damit an der Grenze zu Polen.
Auf dem folgenden Foto ist der Blick von der deutschen Seite auf die polnische Seite zu sehen. Beide Seiten gehörten bis 1945 zusammen. Danach bildeten die östlichen Stadtteile die eigenständige polnische Stadt Zgorzelec. Als ich damals das Foto machte, war noch nicht abzusehen, dass einige Jahre später beide Fluss-Seiten wieder in einem vereinten friedlichen Europa liegen würden:

von Görlitz über die Neiße auf Zgorzelec; 3.10.91

Blick von Görlitz (Deutschland) über die Neiße auf Zgorzelec (Polen); 03. Oktober 1991
[Scan vom Papierfoto]

In diesem Jahr, am 03.10.2013, am 23. Tag der Deutschen Einheit, war im heimischen Westfalen so gut wie nichts vom Anlass des Feiertags zu sehen und zu spüren. Es war einfach ein freier Tag mit ganz schönem Frühherbst-Wetter.
Ich habe von diesem Tag ein Bild ausgesucht, das auch den Blick über ein Flusstal (Ruhr) zeigt und in dem auch Grenzen liegen, allerdings eine Landschaftsgrenze und (unsichtbare) kommunale Verwaltungsgrenzen:

von Menden-Brockhausen über das Ruhrtal auf den Haarstrang

von Menden-Brockhausen über das Ruhrtal auf den Haarstrang mit Fröndenberg (hinten links) und Wickede (hinten rechts); 03.10.2013

Wir blicken auf dem vorigen Bild auf den Höhenzug des Haarstrangs, der einen Abschnitt der wichtigen Landschaftsgrenze zwischen der Norddeutschen Tiefebene  und dem Mittelgebirge bildet.
Vor dem Haarstrang fließt die Ruhr, durch welche die Grenze zwischen dem Märkischen Kreis (vorne) und dem Kreis Unna (hinten links) verläuft.  Hinten rechts gibt es dann noch die Grenze zwischen den Kreisen Unna und Soest.

Viel deutlicher im Bild zu sehen sind wieder verschiedenste optische Grenzen, z. B.  am Horizont oder zwischen dem Reitplatz im Vordergrund und der umgebenden Landschaft.

Zum Schluss möchte ich noch hinweisen auf meinen Artikel zur ehem. innerdeutschen Grenze aus dem letzten Jahr…..

Erster und dreiundzwanzigster Einheitstag: Grenzbilder und Bildgrenzen

Spuren des früheren Todesstreifens und viel Natur an der ehemaligen innerdeutschen Grenze

Aus Anlass des diesjährigen Nationalfeiertags (Tag der deutschen Einheit) möchte ich einige Bilder meines Kurzurlaubs von Anfang September 2012 zeigen. Ich war im 3-Länder-Eck zwischen den Bundesländern Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Wo heute nur noch die Grenze zwischen drei deutschen Bundesländern verläuft, war bis vor 23 Jahren die Trennlinie zwischen Ost und West, Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Deutscher Demokratischer Republik (DDR), Sozialismus und Kapitalismus.

zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen; in Blickrichtung); September 2012

An vielen Stellen entlang der ehem. innerdeutschen Grenze wird an das Ereignis der Grenzöffnung erinnert. Zwischen Ellrich in Thüringen/Ostdeutschland und Walkenried in Niedersachsen/Westdeutschland pflanzten Bürger aus Ost und West eine Rotbuche und setzten einen Gedenkstein davor. Der symbolische und der echte Baumstamm gehen auf dem nächsten Bild fast nahtlos ineinander über:

Gedenkstein zur Grenzöffnung zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

Gedenkstein zur Grenzöffnung zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen); September 2012

Es gibt aber auch noch viele Reste der ehemaligen Grenzanlagen, z. B. die Kolonnenwege für die Patrouillenfahrten der DDR-Grenzsoldaten:

ehem. Kolonnenweg  entlang der ehem. innerdeutschen Grenze zwischen Ellrich (Thüringen) und Walkenried (Niedersachsen)

ehem. Kolonnenweg entlang der innerdeutschen Grenze zwischen Ellrich (Thüringen, rechts im Bild) und Walkenried (Niedersachsen); September 2012

Anderswo sind auch noch alte Grenzpfähle zu sehen, z. B. mitten im Wald des südlichen Harzes:

2-Länder-Eiche im Südharz zwischen Zorge (Niedersachsen) und Ellrich (Sachsen-Anhalt)

2-Länder-Eiche und alter Grenzpfahl  im Südharz zwischen Zorge (Niedersachsen) und Ellrich (Thüringen), links am Boden steht ein ehem. DDR-Grenzstein; September 2012

Die ehem. innerdeutsche Grenze war aber auch vor der  Teilung des Landes im Kalten Krieg Grenze zwischen den damaligen deutschen Kleinstaaten. Und dort war auch damals schon etwas los, wie dieses Gedenkschild zwischen Ellrich (damals Preußen) und Walkenried (damals Herzogtum Braunschweig) zeigt:

Heutzutage ist die einstige menschenverachtende Grenze  mit Stacheldraht, Soldaten, Schießbefehl bzw. Selbstschussanlagen offen und friedlich.
Außerdem hat sich dort auf weiten Strecken die Natur fast ungestört entwickeln können. Deshalb ist das Projekt „Grünes Band Deutschland“ entstanden, welches die naturnahe Landschaft entlang des ehemaligen Todesstreifens schützen will:

im "Grünen Band" zwischen Walkenried und Ellrich

im „Grünen Band“ zwischen Walkenried und Ellrich; September 2012

Alle Fotos dieses Artikels und weitere Bilder zum Thema gibt es in einem eigenen Album.