Grün- und Blüh-Aufbruch im Frühlingswald zum Maibeginn

Nachdem es im April 2015 mal zu kalt und mal zu trocken (oder beides) war für den „Durchbruch“ in der Vegetation, wird es seit Beginn des ‚Wonnemonats‘ Mai jetzt etwas damit:

P1020236

Foto 1: Buchenwald am Hembrocker Berg bei Menden/Sauerland, Ortsteil Ostsümmern; 1. Mai 2015

Knapp 8 Wochen früher, am 7. März 2015, war dieses Waldstück noch in tiefster Winterruhe. Grüne Blätter hatten nur die immergrünen Pflanzen (Nadelbäume und Stechpalmen):

P1010823

Foto 2: nahe am Standort von Foto 1; am 07. März 2015

Der Anblick des Waldes dürfte nochmals 8 Wochen vorher (Anfang/Mitte Januar)  fast gleich gewesen sein. Das zeigt, wie groß die Wandlungskraft der Natur und die Geschwindigkeit des Pflanzenwachstums im Frühling im Vergleich zu allen anderen Jahreszeiten ist.

Aber es sind nicht alle Pflanzen gleich schnell beim Frühlingserwachen.
Auf dem nächsten Foto sehen wir mehrere Arten in unterschiedlichen Wachstumsphasen:

P1020238

Foto 3: im Wald bei Menden-Ostsümmern; 1. Mai 2015

Unten rechts im Bild, am Rand des Waldwegs, steht verblühter Huflattich mit den weißen „pusteblumenartigen“ Fruchtständen. Etwas oberhalb, in der Strauchschicht, wachsen Himbeer- (rechts) und Brombeersträucher mit frischen Blättern, aber noch ohne Blüten. Noch eine „Etage“ höher bzw. dahinter finden wir von links nach rechts: eine junge Birke mit frischem hellgrünen Laub, eine junge Rotbuche mit immer noch Resten des verwelkten Vorjahreslaubs, eine – immergrüne -Stechpalme, schon mit ersten Blüten, und einen Roten Holunder mit ersten Blättern und Blüten. Ganz hinten stehen ältere Fichten, bekanntermaßen auch immergrün.

Zum Schluss zeige ich zwei der Sträucher vom vorigen Bild etwas näher, die Stechpalme (Ilex) mit grün-weißlichen Blütenknäueln (leider auf dem Foto unscharf) und den Roten Holunder mit gelb-weißen Blütentrauben:

P1020241

Foto 4: quasi vergrößerter Ausschnitt von Foto 3 mit Stechpalme links und blühendem Roten Holunder rechts; 1. Mai 2015

Frühlings-Pflanzenmix in gemischten Vergleichen

Im Vollfrühling tut sich ja bekanntlich so einiges in der Tier- und Pflanzenwelt, und zwar zeitlich und räumlich dicht gedrängt. Besonders auffällig sind zurzeit die unterschiedlichen Phasen der einzelnen Pflanzenarten.

Hier in einem Gehölz auf und am Wall einer Hochwasserausgleichsfläche in Menden/Sauerland stehen Weißdorn und Schwarzdorn (Schlehenstrauch) nebeneinander. Der Schwarz-dorn zeigt sich ganz in Weiß durch seine Blütenpracht und noch fast ohne Blätter, der Weiß-dorn hat noch gar nichts Weißes, d. h. noch keine Blüten, dafür aber ist er schon voll grünen Laubs:

P1030974

Foto 1: am Hönneradweg in Menden; Weißdornsträucher (u. a. vorne links) und Schwarzdorn(/Schlehen-)strauch (halb-vorne links, mit weißen Blüten); Mitte April 2015

Auch im Kleinen sind interessante Vergleiche möglich. Am Rand eines geschotterten Waldwegs fand ich nebeneinander ein Wald-Schaumkraut und Keimlinge von Rotbuche:

P1020118

Foto 2: Wald-Schaumkraut (rechts) und Buchen-Keimling (links) an einem Waldweg im Lüerwald zwischen Menden/Sauerland und Arnsberg; 19.04.15

Das Schaumkraut ist ein nur ein- bis zweijähriges Kraut, das höchstens 50 cm hoch wird. Die Rotbuche, die hier als Keimling viel kleiner ist als das Kraut, kann mehrere hundert Jahre alt und bis etwa 40 m hoch werden. Auf dem Bild sind zwischen den Steinen auch noch Buchenblätter und Bucheckern des Vorjahres zu entdecken.

Auf dem nächsten Bild haben wir – nur wenige Meter vom Fotostandort 2 entfernt – eine ältere und größere Rotbuche, die noch kein Laub hat. Junge Birken davor haben dagegen schon viel frisches Grün:

P1020122

Foto 3: Rotbuche und junge Birken im Lüerwald zwischen Menden/Sauerland und Arnsberg; 19.04.15

P. S.: wegen eines freien Tags heute habe ich ausnahmsweise mal werktags vormittags einen Artikel zustande gebracht 😉