Straßenbau und Bahnwerkruinen im und überm oberen Ruhrtal

Es geht weiter mit meinem Tourenbericht von Mitte Juni. Wir sind heute zeitlich schon wieder weiter hinter dem kalendarischen Sommeranfang  als wir am Tag meiner Radtour davor waren …
Aber die Witterung und die gesamte Stimmung ist in dieser Woche viel sommerlicher als vor 14 Tagen – es ist Hochsommer pur! Bei den Temperaturen von über +34 °C  und extremer UV-Strahlung im Sauerland hätte ich diese Tour jedenfalls heute nicht so machen können und wollen … Da waren mir die etwa +24 °C mit leichter Bewölkung doch deutlich lieber, als ich die Straße von Bestwig-Velmede im oberen Ruhrtal in den Arnsberger Wald hinaufradelte:

Velmede und Bestwig (hinten) von Nordwest

Foto 1:  auf der Straße von Velmede nach Föckinghausen;  hinten: Bestwig-Mitte; 17.06.15

An der noch „jungen“ Vegetation und den aufgeschütteten Erdwällen an dieser Straßenböschung erkennt man, dass diese Straße bzw. die aktuelle Straßenführung noch recht neu ist. Die Straße ist in den letzten Jahren verlegt worden im Zusammenhang mit dem Weiterbau der Autobahn A46 im Hochsauerland. Auf die Baustelle einer der Talbrücken konnte ich jenseits der Kurve aus Foto 1 blicken:

A46-Baustelle oberhalb Bestwig

Foto 2:  Baustelle A46-Talbrücke oberhalb Bestwig; 17.06.15

Während die Straßeninfrastuktur in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist, schrumpfte das Eisenbahn- und sonstige Schienennetz in der gleichen Zeit, auch wenn sich diese Schrumpfung in der allerjüngsten Vergangenheit wieder abgeschwächt hat.
Von etwas weiter oberhalb des Standortes von Foto 2 gab es wieder eine gute Aussicht ins Ruhrtal auf Bestwig. Diese Sauerland-Gemeinde war und ist (noch) ein traditionsreicher und wichtiger Bahnort an der Oberen Ruhrtalbahn (Kassel – Warburg -) Bestwig – Arnsberg – Hagen. Vom Aussichtspunkt erkennen wir u. a. den Personenbahnhof (auf Foto 3 mit gelbem Pfeil markiert) und Reste des früheren Bahnbetriebswerks:

Bestwig von Nordwest, mit Bahnhof (halb-vorn rechts)

Foto 3: Bestwig von Nordwest, mit Bahnhof (halb-vorn rechts, s. Pfeil) und Schornstein + Wasserbehälter des Ex-Bahnbetriebswerks (halb-Mitte-links); 17.06.15

Die auffälligen Bauten des Schornsteins und des alten Wasserbehälters vom ehemaligen Bahnbetriebswerk Bestwig sind nur noch Ruinen – stehen aber immerhin unter Denkmalschutz. Diese Kulisse ist inzwischen als sogenannter „Lost place“ bekannt und beliebt. Wen das näher interessiert, kann es hier (Video) oder dort (Fotos und Text) vertiefen …

So, für die nächsten Tage und Nächte ist noch mehr Hitze bzw. Wärme vorhergesagt – das ist dann nicht mehr mein Wohlfühlwetter, schon gar nicht an Arbeitstagen … aber es taugt eben auch nichts für ausgedehnte Radtouren, Wanderungen oder Sport allgemein (außer etwas Schwimmen). Ich wünsche mir wieder eine Witterung wie am 17.06.15, über den ich in den nächsten Beiträgen noch weiter berichten will …

2 Gedanken zu “Straßenbau und Bahnwerkruinen im und überm oberen Ruhrtal

  1. Es ist sehr schade, dass man insgesamt in Deutschland das Schienennetz so verkommen ließ. Wenn man z.B. alte Briefe oder sonstige Alltagsbeschreibungen von vor rund 70 oder 80 Jahren liest, und darin beschrieben findet, mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen damals mobil waren bis hin zur 150 km entfernten Großstadt, die man einmal wöchentlich besuchte, oder auch, dass sie per Bahn 2x am Tag Zeitungen und Post bekamen und wichtige Lieferungen, kann man es gar nicht fassen.

    Mich hat das gestrige Wetter gefreut, denn ich hatte den Eindruck, dass die Wärme der Insektenwelt guttut, nachdem sie hier herum in diesem Jahr bisher beängstigend schwach vertreten ist.

    Antwort
    • Zu allem, was du zur Bahn schreibst, hast du meine volle Zustimmung. Noch bis vor ca. 25 Jahren hatten die meisten Züge noch Post-, Stückgut- und/oder andere Gepäckwagen dabei. Das gibt es heute fast gar nicht mehr. Immerhin gab es in den letzten ca. 12 Jahren ein paar Verbesserungen (inkl. ein paar Reaktivierungen) im Schienenpersonennahverkehr.

      Beim Thema Wetter bin ich nicht ganz deiner Meinung. Zumindest heute (NRW war eine der heißesten Regionen in ganz Europa) war mir das eindeutig zu viel Hitze. Hier bei uns war eigentlich ein durchschnittliches Insekten(früh)jahr. In dieser Woche waren sogar unfassbar viele Junikäfer in der Abenddämmerung unterwegs – solche Mengen habe ich noch nie gesehen. Denen tut diese Witterung also wohl wirklich gut …

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s