Entdeckungen an naturnäher gewordener Ruhr

Immer noch am Anfang meines Sommerrückblicks ’17 und darin immer noch nicht am Ende des Berichts über meine Nachmittagsradtour(en) vom 6. Juli 2017 bin ich mit diesem Beitrag 😉

Letzter längerer Aufenthalt der Tour war der Besuch am erst kürzlich renaturierten Abschnitt der Ruhr bei Wickede (Ruhr). Obwohl man dort im Rücken den Ort mitsamt Industrie hat, ist  am Flussufer ein Hauch von – wiedererlangter – Wildnis zu spüren:

Foto 1: renaturierter Abschnitt der Ruhr bei Wickede (südwestlicher Kreis Soest), vor dem Echthauser Wald; 6. Juli 2017, abends

Während ich dort eine Weile ruhig stand und beobachtete, entdeckte ich einen „metallic“-glänzenden Farbtupfer im Totholz-Geäst am Flussufer (die rote Markierung drumherum im Bild ist allerdings von mir….):

Foto 2: farbenfrohe Entdeckung im renaturierten Bereich der Ruhr bei Wickede; rot markiert; 6.07.17

Meine vorfreudige Erwartung bestätigte sich bei näherem Hinsehen vor Ort und wird auch durch einen vergrößerten Ausschnitt aus Foto 2 sichtbar:

Foto 3: vergrößerter Ausschnitt aus Foto 2; Eisvogel an der Ruhr bei Wickede; 6.07.17, abends

Leider bekam ich wegen der zu großen Entfernung und meines zu schwachen Zooms an der mitgenommenen Kamera kein auch nur halbwegs scharfes Foto des Eisvogels zustande.

Ich konnte den schönen Vogel aber wenigstens in einem kurzen Video beim pfeilschnellen Flug übers Wasser einfangen. Man kann dabei gut nachvollziehen, warum der Eisvogel auch „fliegender Edelstein“ genannt wird:

 

Jungspechte und Rasenblüten im Mittsommer

Als ich Ende Juni eines Nachmittags nach Hause kam, sah ich durchs Fenster auf dem benachbarten Hallendach vier – vermutlich junge – Grünspechte. Bis ich die Kamera zur Hand und aufnahmefähig hatte, waren leider nur noch zwei davon auf dem Dach:

Foto 1: Grünspechte auf Hallendach am 28. Juni 2017

Bis dahin hatte ich Grünspechte fast immer nur einzeln gesehen …
Diese Spechte sahen vom Gefieder her zwar  eher wie Altvögel aus, sie wirkten aber noch ein wenig orientierungslos und unbeholfen. Dennoch kann ich nicht sicher sagen, ob es Jungvögel waren….
Hier noch einer der Spechte im Einzelporträt:

Foto 2: einer der Grünspechte von Foto 1; durch Fensterscheibe und stark gezoomt aufgenommen

Auch blühte es um die Monatswende Juni/Juli auf dem Rasen sehr intensiv. Daran war vor allem der Weißklee beteiligt:

Foto 3: Weißklee im Rasen; 2. Juli 2017

An einigen Flecken im Garten gesellte sich auch Thymian dazu, der eh nicht sehr groß/hoch wird, im Rasen aber als „Bonsai-Version“ vertreten war:

Foto 3: blühender Thymian neben Weißklee im Rasen; 2.7.2017

Rückblick zum Sommeranfang mit leuchtenden Grasähren und sehr verschiedenen Wirbeltieren

Nachdem der Hochsommer 2017 in den letzten Tagen mit einem einschneidenden Wetter-/Temperatursturz zu Ende gegangen ist, beginne ich einen „lockeren“ Rückblick auf diesen Sommer (der astronomisch/kalendarisch aber noch weitergeht …).

Ende Juni sind die Tage sehr lang und Touren in die Natur sind bis spät abends möglich. So entdeckte ich am 21. Juni (als längstem Tag des Jahres) nach 21:00 Uhr im hiesigen Stadtwald diese Erdkröte:

Foto 1: Erdkröte am Rand eines Waldwegs im Mendener Stadtforst Waldemei; 21.06.17, spät abends

Einige Tage später drehte ich eine kurze Abendradrunde zwischen Feldern und Wiesen. Die tief stehende Sonne brachte die Blüten- bzw. Fruchtstände des Glatthafers zum Leuchten:

Foto 2: Wegrand beim Mendener Ortsteil Dahlhausen, mit „leuchtenden“ Glatthafer-Blütenständen; 26.06.17, abends

Auf der gleichen Radtour traf ich auf  Rinder beim „Abendbrot“ in der untergehenden Sonne. Sie gehören wie die Kröte von Foto 1 zwar zu den Wirbeltieren, sind ansonsten aber doch sehr anders  😉

Foto 3: Rinder beim Iserlohner Ortsteil Sümmerheide (NRW/Nord-Sauerland); 26.06.17, abends

Mit Sonne, Regen und falscher Hornisse von Ende Mai bis Pfingsten

In diesem Beitrag geht es mit meinem Frühlingsreport 2017 vom Mai in den Juni, d. h. bis in den meteorologischen Sommer hinein. Ich halte mich aber hier im Blog grundsätzlich an die astronomischen/kalendarischen Jahreszeiten, weil sie natürlicher sind als die mehr statistisch motivierte andere Abgrenzung. Der Begriff „Spät-Frühling“, den wir eigentlich von Ende Mai bis zur Sommersonnenwende haben, ist im Vergleich zu Spätherbst, Spätwinter und vor allem Spätsommer kaum gebräuchlich. Das liegt wohl zum einen am Wort- bzw. Silben-Gegensatz Spät- ./. Früh-, zum anderen aber vermutlich auch daran, dass man gerade den Sommer als Lieblingsjahreszeit gerne in beide „Richtungen“ ausdehnt. Also ist Anfang Juni für die meisten Leute Frühsommer statt Spätfrühling; ich lasse diese Zeit aber trotzdem in meinen Frühlingsberichten laufen 😉

Der letzte Mai-Samstag ’17 war hier im Nord-Sauerland Abschluss einer sehr trockenen Witterungsphase. Er war sonnig und auch der Abendhimmel blieb wolkenlos:

Foto 1: Abendhimmel über dem Gaxberg bei Menden/Sauerland; 27. Mai 2017

Tags drauf am Sonntag war es dann regnerisch:

Diese Witterung hielt bis Pfingsten an und es regnete auch am ersten Feiertag (Pfingstsonntag, 04.06.2017) öfter:

Der Pfingstmontag begann zumindest sonnig und warm. Direkt nach dem Aufstehen sah ich an der Hauswand neben dem Fenster ein sich sonnendes Insekt, das ich im ersten Augenblick für eine Hornisse hielt:

Foto 2: Hornissen-Schwebfliege an Hauswand (Fensterlaibung) am 5. Juni 2017

Ihr Aussehen hatte damit auch bei mir – zunächst – seine Funktion erfüllt. Die Hornissen-Schwebfliege „will“ nämlich  zwecks Abschreckung für die große Wespenart gehalten werden (Stichwort: Mimikry). Aber nicht nur Körperbau und -haltung, auch ihre Bewegungen ließen schnell erkennen, dass es sich doch „nur“ um eine Fliege handelte:

April-Zwischenhoch – Besuch in den Ruhrwiesen

Von der Spätsommer-Radtour 2016 springe ich nun wieder in den Frühling (spring) dieses Jahres ;-
Aber auch das ist ein Rückblick, denn es geht zurück zum 24. April 17. Es war ein einzelner Tag mit Sonne und milden Temperaturen zwischen vielen kühlen und/oder feuchten Tagen dieses Frühjahrs.
Ich hatte zum Glück frei und machte einen Ausflug entlang der Ruhr zum Naturschutzgebiet „Kiebitzwiese“ bei Fröndenberg (Kreis Unna):

Foto 1: Naturschutzgebiet „Kiebitzwiese“ bei Fröndenberg/Ruhr; Aufgang zur Aussichtsplattform; 24.04.17

Auf Foto 1 sind vorne blühender Löwenzahn und Sternmiere (weiß) zu sehen. Dazwischen stehen Brennesseln und Beinwell(e), die aber noch lange vor ihrer Blütezeit waren.

Von der Aussichtsplattform nach Süden hat man einen guten Überblick über die von der Ruhr gespeisten Blänken:

Foto 2: N. S. G. „Kiebitzwiese“ ; von der Aussichtsplattform nach Südosten; hinter der Baumreihe das Ruhrufer; 24.04.2017

Am noch sehr frischen Grün der noch nicht voll belaubten Bäume und am noch niedrigen Gras ist zu erkennen, wie weit die Vegetation wegen der vorangegangenen kühlen Wochen zurückgeblieben war.

Wasservögel tummelten sich aber schon einige dort, u. a. Graugänse mit Nachwuchs und Stockenten (wobei die Gänseeltern  gerade mehr nach den anfliegenden Stockerpeln als nach ihren Küken sahen):

Foto 3: Graugänse und Stockenten im N. S. G. „Kiebitzwiese“ bei Fröndenberg/Ruhr; 24.4.2017

Blick (fast) in die Gegen-Jahreszeit und an den oberen Niederrhein

Nach längerer Pause hier im Jahrestageszeitenbuch und nach noch längerer Zeit ohne Beitrag aus der Reihe „Blick in die Gegen-Jahreszeit“ mache ich mit einem Tourenbericht aus Anfang November des letzten Jahres weiter, als ich ein paar Tage am südlichen/oberen Niederrhein war:

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Foto 1: Blutturm als Teil der alten Stadtbefestigung von Neuss; 01.11.15

Anfang November ist nicht ganz die Gegen-Jahreszeit zu Mitte April (sondern zu Anfang Mai), aber es passt ja fast 😉
Damals war außerdem schöneres und beständigeres Wetter als  in diesem (und überhaupt im) April, nämlich mit viel Sonne und fast noch spätsommerlichen Temperaturen. Dennoch war der Gesamteindruck im Stadtpark von Neuss herbstlich, aber eben in der „goldenen Form“:

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Foto 2: im herbstlichen Stadtpark von Neuss; 01.11.15

Der Park war an jenem Sonntag (und kath. Feiertag Allerheiligen) auch bevölkert mit den im gesamten Rheinland seit einigen Jahrzehnten weit verbreiteten Halsbandsittichen.
Diese ursprünglich aus Afrika stammenden Sittiche sind Abkömmlinge von aus Gefangenschaft/Tierhaltung entwischten Vögeln, die im relativ milden Rheinland Fuss fassen konnten:

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Foto 3: zwei Halsbandsittiche (einer nach rechts unten wegfliegend) an Platane im Neusser Stadtpark; 1.11.15

 

Frühsommerfeiertag mit Ackerrand-Blütenmeer und Wildschweinbegegnungen

Der heutige Feiertag Fronleichnam (in NRW und anderswo) bot perfektes Wetter mit viel, aber nicht zu viel Sonne und Wärme.
Auch sonst zeigte der Tag viele frühsommerliche Merkmale, z. B. ein Meer aus Wildblumen an einigen Ackerrandstreifen:

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Foto 1: Ackerrandstreifen nahe der Ruhr bei Menden/Sauerland (Ortsteil Schwitten); 04. Juni (Fronleichnam) 2015

Wir sehen einige ganz typische blühende Begleitpflanzen von Feldfrüchten (hier Raps), u. a. Klatschmohn, Kornblume und Kamille.

Fürs Einzelportrait habe ich mir die blau leuchtende Kornblume ausgesucht:

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Foto 2: Kornblume aus dem Ackerrandstreifen von Foto 1; links daneben Blätter und Ranken einer Wicke

 

Wir machen nun einen Orts- und Szenenwechsel, bleiben aber beim selben Tag.
In den Wäldern sind gerade verstärkt Wildschwein-Rotten unterwegs. Im Lüerwald bei Menden-Lürbke standen einige – nicht mehr ganz junge – Frischlinge plötzlich neben meinem Fahrrad, nachdem ich von einem Abstecher zu Fuß zurückgekehrt war:

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Foto 3: Wildschweine (Jungtiere) (links) auf Waldweg im Lüerwald bei Menden-Lürbke; 04. Juni 2015

Sie wollten dann doch nicht auf dem Gepäckträger mitfahren 😉
Etwas später traf ich auf eine Bache, die vorsichtig  auf Abstand blieb:

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Foto 4: Wildschwein (Bache) im Lüerwald; 04. Juni 2015

Später wurde ich bei schneller Fahrt einen Waldhang hinunter beinahe von einer Wildschwein-Rotte umgerannt; sie überquerten mit Wahnsinnstempo und offenbar panisch den Waldweg nur ca. 10 – 15 m vor meinem Vorderrad. Ich weiß nicht, wer mehr erschrocken war … die Schwarzkittel oder ich. Ich hatte sie vorher nicht gesehen und – wegen Radfahrt auf Schotter und Radhelm auf – auch nicht gehört.

Ganz entspannt war dann meine heutige letzte Begegnung mit Wildschwein-Jungtieren, die den Weg hinter meinem parkenden Rad kreuzten:

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Foto 5: Wildschwein-Frischlinge im Lüerwald; 04. Juni (Fronleichnam) 2015